Was tun, wenn es auf der Straße zum Unfall kommt und Personen verletzt sind? Viele Ersthelfer haben Angst, etwas falsch zu machen – dabei ist der einzige wirkliche Fehler, gar nicht zu helfen. Erste Hilfe zu leisten ist nicht nur eine moralische, sondern auch eine gesetzliche Pflicht. Wer bei einem Unfall mit Verletzten einfach weiterfährt, macht sich wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar.
Nach schweren Verkehrsunfällen entscheiden oft Minuten über Leben und Tod. Die folgenden Informationen helfen dabei, im Ernstfall besonnen und richtig zu handeln.
Sofortmaßnahmen in 3 Schritten
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1. Absichern
Unfallstelle sichern, eigene Sicherheit beachten
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2. Notruf
Feuerwehr 122 · Rettung 144 · Polizei 133 alarmieren
🩺
3. Helfen
Erste Hilfe leisten bis der Rettungsdienst eintrifft
Eigene Sicherheit beachten
Bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr – damit ist niemandem geholfen. Warnblinker einschalten, das eigene Fahrzeug mit Abstand zum Unfallort abstellen, eine Warnweste anlegen und nicht auf der Fahrbahn laufen. Auf der Autobahn möglichst hinter der Leitplanke zur Unfallstelle gehen.
Unfallstelle absichern
Besonders auf Schnellstraßen entstehen häufig Folgeunfälle. Das Warndreieck sofort aufstellen – in folgendem Abstand zur Unfallstelle:
150 -250 m
Auf Landstraßen
250 - 400 m
Auf Autobahnen
Was beim Notruf angeben?
Wo? Genaue Adresse, Straßenname, Kilometerstein oder nächste Kreuzung angeben
Was? Art des Unfalls – z. B. Verkehrsunfall, Brand, Gefahrguttransport. Bei Gefahrgut: Zahlen auf der Warntafel exakt durchgeben!
Wie? Anzahl der verletzten Personen
Wer? Eigener Name und Rückrufnummer angeben – auf Rückfragen der Leitstelle warten!
Lebensrettende Sofortmaßnahmen
Bei folgenden Notfallsituationen müssen sofort Maßnahmen eingeleitet werden:
●Bewusstlosigkeit → stabile Seitenlage
●Atemstillstand → Beatmung
●Kreislaufstillstand → Herzdruckmassage + Beatmung
●Starke Blutung → Wunde abdrücken / abbinden
●Schock → ruhig lagern, Wärme spenden
●Gefahrenzone → Person bergen
Besondere Situationen
🚗 Rettung aus dem Fahrzeug ▼
Wenn das Fahrzeug sicher steht, nicht brennt und kein Kraftstoff ausläuft und die Insassen nicht eingeklemmt sind: alles so belassen, Wunden versorgen und Wärme spenden. Läuft Kraftstoff aus, brennt das Fahrzeug oder muss eine Person reanimiert werden, sollte sie geborgen werden. Dabei den Zündschlüssel umdrehen und den Motor abstellen. Achtung bei nicht ausgelösten Airbags – möglichst von der Seite annähern, auf der der Airbag bereits ausgelöst hat. Zur Not die Scheibe einschlagen – aber nicht direkt neben dem Gesicht der Insassen.
🏍️ Verunglückte Motorradfahrer ▼
Bei Bewusstlosigkeit kann der Helm zur Gefahr werden – eine Beatmung ist mit Helm nicht möglich. Den Helm daher vorsichtig abnehmen, möglichst zu zweit, damit die Halswirbelsäule dabei so wenig wie möglich bewegt wird.
😰 Schock erkennen und lindern ▼
Anzeichen eines Schocks sind blasse Haut, starkes Zittern oder Schwitzen. Die verletzte Person ruhig und flach lagern, beruhigen und vor Auskühlen schützen. Weiteren Maßnahmen dem Rettungsdienst überlassen.
🌡️ Wärme spenden ▼
Verletzte kühlen im Schockzustand schnell aus – selbst an heißen Sommertagen. Mit einer Wolldecke oder der Rettungsfolie aus dem Verbandkasten zudecken. Die silberne Seite der Rettungsfolie gehört nach unten (zur Person hin), die goldene Seite nach oben.
🤝 Trösten und Beistehen ▼
Ein schwerer Unfall ist auch eine massive psychische Belastung. Einfach dableiben, reden und beruhigen hilft enorm – schon der Satz „Ich bin bei Ihnen, Hilfe ist unterwegs" kann den Zustand spürbar stabilisieren. Die verletzte Person auf keinen Fall allein lassen.
💡
Regelmäßig Erste-Hilfe-Kurs auffrischen! Das Österreichische Rote Kreuz und andere Organisationen bieten laufend Kurse an. Erste-Hilfe-Kenntnisse retten Leben – und die eigene Sicherheit und Handlungsfähigkeit wächst mit der Übung.