Auszug aus der Chronik der freiwilligen Feuerwehr Buchkirchen

 

Am 10. Juni 1888 wurde die  Feuerwehr gegründet. Als erster Feuerwehrkommandant wird Johann Freimüller, Landwirt in Hörling genannt. Die Erstausrüstung bestand aus 92 Meter Schläuche und einer Handdruckspritze. Bereits ein Jahr später wird die Filiale Grafing unter der Leitung von Johann Kiedlmüller, vulgo Fleischhacker, erwähnt. In den Jahren 1898 – 1906 war Peter Seinbacher, Gastwirt in Buchkirchen, Kommandant der Wehr. Seine Nachfolger waren von 1906 – 1909 Johann Moser, Landwirt in Buchkirchen, und von 1909 – 1919 Johann Thanhofer, Maurermeister in Schickenhäuser. Im Jahr 1899 war Schlauchmaterial mit einer Gesamtlänge von 193 Meter vorhanden. In den ersten 25 Jahren des Bestehens der Feuerwehr waren 33 Großbrände zu bekämpfen, unter anderem das Hochschartnergut, das Merkermaiergut und das Gut Maier zu Hörling. In den Jahren 1913 – 1923 rückte die Wehr zu weiteren 10 Großbränden aus.

Nach dem 1. Weltkrieg, am 10 August 1919, erfolgte die Errichtung des Löschzuges Niederlaab. In dieser Zeit, von 1919 – 1926, war Josef Lettner, Landwirt in Radlach, Feuerwehrkommandant.

Ein großer technischer Fortschritt in Bezug auf Feuerwehrausrüstung war im Jahr 1927 unter dem Kommando von Karl Bauer (1926 – 1938), Besitzer des Obermaiergutes in Buchkirchen, zu verzeichnen, als die erste Motorspritze angekauft wurde.

Von 1938 – 1939 stand die Wehr unter dem Kommando von Florian Uttenthaler, Besitzer des Merkermaiergutes in Buchkirchen.

Ab 1939 war nun 30 Jahre lang Ludwig Stauber, Sattlermeister in Buchkirchen, als Kommandant tätig. Ihm oblag auch die schwierige Führung der Wehr während und nach dem 2. Weltkrieg.

Durch die gute Kameradschaft konnte bereits im Jahr 1947 mit dem Bau des Feuerwehrhauses Begonnen werden. 1948 wurde das erste Motorfahrzeug, ein umgebautes Wehrmachtsfahrzeug Steyr A-Typ 2000 in Betrieb genommen und eine neue Tragkraftspritze angekauft.

Nachfolger für den aus Altersgründen nicht mehr kandidierenden Kommandanten Ludwig Stauber wurde für die Zeit von 1968 – 1973 Karl Bauer, Besitzer des Obermaiergutes in Buchkirchen. Genau wie sein Vater 43 Jahre zuvor, konnte Karl Bauer im Jahre 1970 in Zusammenarbeit mit dem damaligen Bürgermeister Ing. Willibald Thanhofer, einen weiteren Meilenstein der Geschichte der FF Buchkirchen setzen. Es wurde das erste Tanklöschfahrzeug, ein Mercedes 710 TLF-A 2000 angekauft und gleichzeitig der Sprechfunkverkehr eingeführt.

Im Jahr 1973 übernahm Max Krenner, Angestellter in Buchkirchen das Kommando. Um den immer höher und vielfältiger werdenden infrastrukturellen Aufgaben gerecht zu werden, wurde ein langfristiges Konzept erstellt. Dank der Aufgeschlossenheit des damaligen

Bürgermeisters Johann Felbermayr konnte dies mit der 100 Jahrfeier im Jahr 1988 vollendet werden.

So wurde 1974 ein gebrauchter VW Bus zu einem Kommandofahrzeug in Eigenregie umgebaut.1978 wurde ein Löschfahrzeug „LFB“ und 1979 ein neues Kommandofahrzeug angekauft. 1979 erfolgte auch der Anschluss an das ferngesteuerte Sirenenwarnsystem.

Im Dezember 1987 wurde anstelle des Mercedes TLF ein neues Rüstlöschfahrzeug „RLFA 2000“ übernommen.

Am 11.September 1985 erfolgte der Baubeginn für den Zu- und Umbau des Feuerwehrhauses, welches am 29. Mai 1988 offiziell, im Rahmen der Feier „100 Jahre FF Buchkirchen“ eröffnet wurde.

Nachdem Max Krenner nicht mehr kandidierte, wurde im Februar 1991, Josef Zauner zum Kommandant gewählt. Unter seiner Führung wurde die bei der Sturmkatastrophe 1990 beschädigte Anhängeleiter durch eine neue ersetzt, und als Ersatz für das 26 Jahre alte LFB, das am 29 Mai 2004 in den Dienst gestellte LFA bestellt.

HBI Zauner war bis zum 15.03.2003 Kommandant und kandidierte ebenso wie sein Stellvertreter und sein Schriftführer nicht mehr.

Als neuer Kommandant wurde an diesem Tag Walter Guggenberger gewählt. Dank der Sparsamkeit seiner Vorgänger konnte ebenfalls am 29. Mai 2004 das derzeitige Kommandofahrzeug, ein Opel Movano, eingeweiht werden. Dieses Fahrzeug wurde ebenso wie die vorhergehenden Kommandofahrzeuge zur Gänze aus Mitteln der Kameradschaftskasse finanziert.

 

Heute besteht die Feuerwehr Buchkirchen aus einem Mannschaftstand von 45 aktiven, darunter 3 Frauen, mit einem Durchschnittsalter von 40,3 Jahren, 24 Reservemitglieder mit einem Altersdurchschnitt von 74,1 Jahren und 13 Jungfeuerwehrmänner als Mitglieder der Jugendgruppe. Dies ist der Stand zum Jahreswechsel 2004/05. Um den vielen Anforderungen (in den letzten Jahren waren es durchschnittlich 100 Einsätze pro Jahr) gerecht werden zu können, bedarf es neben intensiven Schulungen und Übungen auch einer Dementsprechenden Ausrüstung. Jeden Mittwochabend ist Feuerwehrtreffen, wobei jeden zweiten Mittwoch eine Gruppenübung angesetzt ist. Derzeit steht der Wehr ein Rüstlöschfahrzeug, (Baujahr 1987) in welchem neben einem 2000 Liter Wassertank mit Hochdruckpumpe, eine komplette Löschgruppenausrüstung gelagert ist, zur Verfügung. Für technische Einsätze sind Seilwinde, Spreitzer und Bergeschere, Stromgenerator, Lichtmast, Tauchpumpe und vieles mehr vorhanden.

Als zweites Fahrzeug fährt das LFA (Löschfahrzeug mit Allrad, Baujahr 2003) aus. Auch hier Löschgruppenausrüstung mit Tragkraftspritze, Stromerzeuger mit Lichtmast usw. an Bord.

Das Kommandofahrzeug dient vorerst als Mannschaftstransporter, am Einsatzort übernimmt es dann die Einsatzleitung und den Atemschutzsammelplatz.

Darüber hinaus besitzt die Feuerwehr noch eine 18m ausfahrbare Anhängeleiter, eine Abschleppachse und bei der Feuerwache Niederlaab einen Tragkraftspritzenwagen.

 

Derzeit (1.12.2005) ist es so, dass die Jugendgruppe auf über 20 Mitglieder angewachsen ist.

Auch das vor 20 Jahren geplante, bzw. umgebaute Feuerwehrhaus entspricht keinesfalls mehr den heutigen Gegebenheiten. Es gibt zuwenig Lagerräume für die Ersatz- und Katastrophenhilfsmittel, die Umkleidemöglichkeiten sind zu wenig, und auch die Frauen sollten einen eigenen Umkleidebereich haben. Der Schriftverkehr ist angestiegen, auch hier muss ein eigener Bereich geschaffen werden. Eine Änderung bzw. ein Ausbau der Raumheizung ist zu überlegen. Nicht zuletzt bedarf es dringend einer Erweiterung der Garagen.

Dies sind nur einige der wichtigsten Erfordernisse, welche in der stark wachsenden Marktgemeinde Buchkirchen für eine gut funktionierende Feuerwehr erforderlich sind.

Mit diesem Chronik-Kurzbericht sollen den Lesern dieser Zeilen der Stand und die Probleme welche im Jahr 2005 anstehen, näher gebracht werden.